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Wer unseren Frosch kennenlernt, der stolpert irgendwann auch über das Thema Recyclat. Wir setzen uns im Rahmen unserer Recyclat-Initiative nämlich seit Jahren dafür ein, dass unsere Flaschen aus Altplastik – also Recyclat – hergestellt werden. Bei Frosch wird Plastik als Wertstoff verstanden, der immer wieder aufs Neue aufbereitet und wiederverwendet werden kann, kurz gesagt: Recycelt!

Ich persönlich hatte vor meiner Zeit im Frosch-Team von Recycling beziehungsweise Plastik wenig Ahnung. Klar, ich habe versucht meinen Müll ordentlich zu trennen oder ich habe in der Drogerie nach Produkten gegriffen, auf deren Verpackungen mich Slogans wie „100 % recycelbar“ oder „Social Plastic“ förmlich ansprangen. Vermeintlich im Zeichen der Nachhaltigkeit, aber so wirklich wusste ich nicht was dahinter steckt! Umso überraschter war ich, als ich gelernt habe, dass es unterschiedliche Methoden gibt Plastik zu recyceln und dass nicht jede davon wirklich nachhaltig ist.

Aber zurück zur Ausgangsfrage: Chemisches Recycling, was steckt da hinter?

Um die Funktionsweise von sogenanntem „chemischem Recycling“ zu verstehen, muss man wissen:

Kunststoff – umgangssprachlich als Plastik bezeichnet – besteht aus langen Molekülketten, den so genannten Polymeren. Diese setzen sich aus Kohlenstoff- und Wasserstoffatomen zusammen. Teilweise ist Sauerstoff, Stickstoff, Schwefel, Chlor, Fluor oder Phosphor enthalten. Kombinationen mit verschiedenen Stoffen werden verwendet, um das Plastik z.B. biegsam, elastisch oder steif zu machen.

Wir gehen jetzt mal davon aus, wir haben unser Spülmittel von Frosch verbraucht, die Flasche ordnungsgemäß im Gelben Sack entsorgt und sie soll nun recycelt werden. Kein Problem: die Plastikverpackung wird mittels mechanischem Recycling in ihre Bestandteile zerlegt und hochwertig recycelt. Das ist nur daher so mühelos möglich, weil Frosch den Schlüssel im „Design4Recycling“ sieht. Das bedeutet Frosch Verpackungen müssen gut in ihre einzelnen Komponenten trennbar sein, man nutzt – wenn überhaupt – nur helle Farben, verzichtet auf Materialmix und sorgt dafür, dass sowohl Etiketten als auch die Verschlüsse leicht zu entfernen sind. Denn insbesondere sogenannte Verbundverpackungen, also solche die verschiedenen Materialen bzw. Komponenten verwenden, lassen sich nicht ordentlich trennen und können demnach nicht hochwertig recycelt werden.

Anstelle dessen, dass die Unternehmen ihre Verpackungen so konzipieren, dass sie fürs Recycling geeignet sind, propagiert die Plastiklobby chemische Aufbereitung als Hoffnungsträger. Damit soll nun gemischtes, schwer trennbares Verpackungsmaterial ganz einfach recycelt werden. Aber wie?

Beim sogenannten chemischen Recycling soll, je nach Beschaffenheit des Materials, entweder der Kunststoff von Fremdstoffen getrennt oder beispielsweise bei Verbundverpackungen die unterschiedlichen Kunststoffschichten voneinander gelöst werden. Aus den Endprodukten soll dann in der Industrie wieder neuer Kunststoff hergestellt werden. In der Theorie klingt das mehr als toll, denn so wäre es möglich, Plastik zu recyclen, welches aufgrund seiner Zusammensetzung heute verbrannt werden muss. Leider entspricht die Theorie wie so häufig nicht der Realität.

Die chemischen Aufbereitungsverfahren stecken immer noch in den Kinderschuhen und sind kein nachhaltiger Weg, um mit den Massen an Plastik fertig zu werden. Vielmehr schlucken sie extrem viele wertvolle Ressourcen. Beispielsweise verbraucht die Pyrolyse – bei der das Plastik in flüssiges Öl zurückverwandelt wird – Unmengen an Energie. Zudem stellt sich die Frage, wie gefährlich oder umweltschädlich die Entsorgung und Behandlung notwendiger Begleitstoffe wie etwa den Lösemitteln oder anderer Katalysatoren ist. Und letztlich bleiben bei der Pyrolyse Reststoffe wie Asche, Koks oder Abwasser übrig, die wiederum besonders aufwändig entsorgt werden müssen.

Es ist also fraglich, inwieweit sogenanntes chemisches Recycling nachhaltig ist, insbesondere im Vergleich zum mechanischen Recycling. Denn im Gegensatz zu den chemischen Verfahren setzt das mechanische darauf, dass der Plastikmüll nach Kunststoffart sortiert wird, um dann gewaschen, eingeschmolzen und zu Recyclaten aufbereitet zu werden. Dabei wird die chemische Struktur des Materials nicht verändert und man benötigt viel weniger Energie als beim chemischen Verfahren. Man könnte also sagen: Die chemische Aufbereitung ist einfach kein adäquater Ersatz zum mechanischem Recycling und deshalb setzt Frosch auf diese Technologie für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft.

Wenn ihr noch mehr zum Thema Recyclat, chemisches oder mechanisches Recycling erfahren wollt, schaut gerne mal bei der Initiative Frosch vorbei. Dort findet ihr noch umfangreiche Informationen rund um diese Themen.

Grüße, Juli von Frosch 😊

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