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Zum offiziellen Tag des Regenwurms ist es an der Zeit den kleinen Wurm in das rechte Licht zu rücken. Wobei Licht das falsche Stichwort ist, der Regenwurm ist nämlich absolut lichtscheu. Außerdem ist er blind, taub, stumm und kann sich nur kriechend vorwärts bewegen. Und zugegeben, ein Regenwurm ist nicht so niedlich anzuschauen wie z.B. ein Marienkäfer, aber seit wann zählt Äußerliches? Dieser Regenwurm kann sich wirklich sehen lassen! Er ist eines der stärksten Tiere der Welt und kann das fünfzig- bis sechzigfache seines eigenen Körpergewichts stemmen. Und er produziert einen Dünger, der zu den besten der Welt gehört!

Ein reger Wurm, dieser Regenwurm

Es gibt verschiedene Theorien wie der Regenwurm zu seinem Namen kam. Regen mag der Wurm eigentlich gar nicht gern. Nicht, weil er dann ertrinken könnte – das ist für ihn überhaupt kein Problem. Er atmet nämlich über die Haut und kann wochenlang in sauerstoffreichem Wasser überleben! Die Vibrationen, die die Regentropfen auf der Erde verursachen, erinnern den Regenwurm aber an das Graben seines Erzfeindes, den Maulwurf. Deshalb flieht er aus seinem schützenden Erdreich an die Oberfläche, wo zwar nicht unbedingt ein Maulwurf, aber vielleicht der ein oder andere hungrige Vogel auf ihn wartet. froschblog_artikelbild_1090x500px_regenwurm2

Eine andere Theorie besagt, dass der Wurm im 16. Jahrhundert noch „reger Wurm“ genannt wurde, weil er unentwegt am fressen und arbeiten ist. Und genau das macht ihn zum besten Untermieter, den man sich wünschen kann. 🙂

Nimmersatt und immer fleißig

Zwar ist unser Garten-Untermieter die meiste Zeit am fressen – pro Tag nimmt er ca. die Hälfte seines Körpergewichts an Nahrung zu sich – aber wer viel frisst, kann auch viel arbeiten. 🙂 Das Laub, die abgestorbenen Pflanzenreste und Mikroorganismen, die er zu sich nimmt, verarbeitet er nämlich zu einem nährstoffreichen Dünger. Dabei helfen ihm Pilze und Bakterien, die ihm alles mundgerecht zerkleinern (Zähne hat er nämlich nicht). So wird der Kot von Regenwürmern zu nichts anderem als besonds gut gedüngter Erde.froschblog_artikelbild_1090x500px_regenwurm1

Damit aber nicht genug! Wenn der Regenwurm nicht gerade am fressen ist, ist er damit beschäftigt, den Boden umzugraben. Dabei gräbt er Gänge, die pro Quadratmeter bis zu 20 Meter lang sind und sogar bis zu 7 Meter in die Tiefe reichen! Wenn viele Gräben das Erdreich durchziehen, wird der Boden richtig schön locker und kann Wasser wie ein Schwamm aufsagen. Außerdem werden so wichtige Nährstoffe von unten nach oben geschichtet – ein Schlaraffenland für alle Pflanzen!

Regenwurm ist übrigens nicht gleich Regenwurm. Alleine in Deutschland kommen um die 46 verschiedenen Arten vor, weltweit gibt es sogar über 3.000!  Eine der bekanntesten heimischen Arten ist sicherlich der Tauwurm (Lumbricus terrestris), der ca. 12-30 Zentimeter lang ist und ein rötliches Vorderteil und ein blasses Hinterteil hat.

Wohnt er noch oder schläft er schon?

Beklagt ihr euch auch manchmal, dass eure Wohnung viel zu klein ist und ihr mindestens 1 Zimmer mehr bräuchtet? Was soll da der Regenwurm sagen, der sich 1 Quadratmeter Boden mit durchschnittlich 100 anderen Regenwürmern teilt?!? Doch auch wenn er beim Platzangebot bzw. -mangel nicht gerade zimperlich ist, ist er in anderen Dingen ein echtes Sensibelchen. Der pH-Wert der Erde darf z.B. nicht niedriger als 3,5 sein, sonst zerstört die Säure den Schleimmantel, der den Wurm umgibt. Auch zu kalte oder zu warme Temperaturen mag der Regenwurm nicht. Am liebsten sind ihm 10°C bis 15°C. Wird es aber zu trocken, zu heiß oder zu kalt, gräbt er sich tief in den Boden, ringelt sich zusammen und fällt in einen Winterschlaf. Oder eben einen Sommerschlaf. Da ist er wiederum nicht so wählerisch. 🙂froschblog_artikelbild_1090x500px_regenwurm3

Zum Schluss geht’s in die Regenwurm-Gerüchteküche

Sicherlich habt ihr auch schon einmal das Regenwurm-Märchen gehört, dass ein in der Mitte getrennter Wurm zu zwei neuen Würmern wird? Das ist tatsächlich nur ein Gerücht. Was stimmt – das Vorderteil des Regenwurms kann alleine überleben, da dort alle lebenswichtigen Organe angesiedelt sind. Allerdings muss der Darm noch lang genug sein, damit er sich ernähren kann. Und ja – tatsächlich kann das Hinterteil nachwachsen, ist dann aber nicht mehr so dick wie das Vorderteil.

Ihr seht also – in unserem Regenwurm steckt viel mehr als man denkt! Deswegen: Zum Tag des Regenwurms ein Hoch auf den Regenwurm! Verdient hat er es allemal! 🙂

Liebe Grüße,

eure Janina von Frosch

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