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Ich habe euch hier auf dem Froschblog ja schon von unserer Initiative für saubere Ozeane berichtet. Heute will ich mit euch einen Meeresbewohner anschauen, der es einfach mal verdient hat, dass man über ihn genauer berichtet: Die Schildkröte.

Es gibt auch einen besonderen Anlass zu diesem Artikel, denn der 23. Mai ist der Internationale Tag der Schildkröte! Ins Leben gerufen wurde dieser Tag von der amerikanische Stiftung zur Rettung der Schildkröten („American Tortoise Society„). Doch warum müssen die Schildkröten eigentlich gerettet werden? Dazu gleich mehr.froschblog_artikelbild_1090x500px_schildkröte1

Schildkröte ist nicht gleich Schildkröte. Insgesamt gibt es 327 Schildkrötenarten mit über 200 Unterarten. Ganz grob unterteilt man diese in Landschildkröten, Wasserschildkröten und Meeresschildkröten. Ich möchte heute ein bisschen über die Meeresschildkröte berichten, da diese Art stark bedroht ist. Dass es soweit überhaupt kommen konnte, ist umso erschreckender, da es diese faszinierenden Meeresbewohner, die übrigens bis zu 200 Jahre alt werden können (!), seit über 225 Millionen Jahren gibt. Das muss man sich mal genau vor Augen führen. Schildkröten sind schon gemeinsam mit Dinosauriern durch die Weltmeere geschwommen, haben erlebt wie sich Kontinente verschieben und Landschaften verändern, sie haben Eiszeiten und schlimme Naturkatastrophen überstanden – und laufen jetzt Gefahr durch den Menschen ausgerottet zu werden.froschblog_artikelbild_1090x500px_schildkröte2 Es gibt mehrere Faktoren, die dabei eine Rolle spielen:

  • Jagd: Über Jahrhunderte wurden Meereschildkröten aufgrund ihres Fleisches, ihrer Eier und ihres Panzers gejagt. In vielen asiatischen Ländern gilt Schildkrötenfleisch noch immer als Delikatesse. Auch wenn es Handelsverbote und erhebliche Strafen gibt, so boomt der Schwarzmarkt dennoch.
  • Beifang: Schätzungen zufolge landen jährlich rund 250.000 Schildkröten als Beifang in Krabben- und Fischnetzen. Besonders gefährlich sind auch Langleinen, Schlepp- oder Treibnetze, in denen sich die Tiere verfangen. Schildkröten sind nämlich Lungenatmer und müssen wie Wale immer wieder an die Wasseroberfläche, um Luft zu schnappen. Können sie dies nicht, ertrinken sie.
  • Verschmutzung der Ozeane: Zum einen bedrohen immer wieder Ölkatastrophen die Bestände der Meeresschildkröten, zum anderen stellt der Plastikmüll im Meer eine erhebliche Gefahr dar. Die Schildkröten können sich in dem Müll verheddern oder betrachten es als Nahrung. Eine Plastiktüte, die im Meer treibt, kann eben leicht mit der Hauptnahrungsquelle einer Schildkröte verwechselt werden: Quallen. Hinzu kommen aber auch Schadstoffe wie z.B. Mikroplastik, die sich im Organismus der Tiere sammeln und deren Immunsystem erheblich schwächen.
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  • Tourismus und Lichtverschmutzung: Zwar leben die Meeresschildkröten hauptsächlich im Wasser, sie sind aber dennoch auf das Land angewiesen – vor allem zu Fortpflanzungszwecken. Meeresschildkröten legen ihre Eier nämlich in Wassernähe am Strand ab und verbuddeln diese im Sand. Dafür benötigen sie ruhige, ungestörte Strände. Aber wo gibt es diese noch? Hotelburgen wohin das Auge reicht. Viele Strände sind so verschmutzt, dass sie für die Schildkröte gar nicht mehr als Brutstätte in Frage kommen. Tun sie es doch, werden Schildkrötennester oft ungewollt durch Liegen und Sonnenschirme der Strandgäste zerstört. Und es gibt noch ein weiteres dramatisches Problem: Wenn die Baby-Schildkröten in der Nacht schlüpfen, müssen sie sofort in das rettende Wasser. Doch woher weiß die kleine Schildkröte wo das Meer ist? Ihr Instinkt leitet sie zu der ehemals einzigen Lichtquelle, die über dem Meer scheint – dem Mond. Durch die Städte und Hotelanlagen gibt es heute aber viele weitere Lichtquellen, so dass die kleinen Schildkröten oft in die falsche Richtung laufen und von Autos erfasst werden oder in die Kanalisation fallen.

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Es ist schrecklich, welchen Einfluss die moderne Zivilisation auf diese faszinierenden Lebewesen hat, die seit Jahrmillionen unsere Erde bevölkern. Die Frage ist, was können wir tun, um den Schildkröten zu helfen?

  • Niemals eine Schildkröte aus der Natur mitnehmen, weil man denkt sie könnte ein nettes Haustier abgeben. Das gilt natürlich nicht, wenn die Schildkröte krank oder verletzt ist. In dem Fall wendet euch an einen Tierarzt oder an spezielle Schildkröten-Auffangstationen.
  • Wenn ihr eine Schildkröte an einer stark befahrenen Straße findet, hebt sie hoch und schickt sie in die Richtung zurück aus der sie kam.
  • Wenn ihr im Urlaub seid und mitbekommt, dass Schildkröten verkauft oder gequält werden, berichtet es den lokalen Behörden! Die Tiere stehen offiziell unter Artenschutz.
  • Übernehmt eine Patenschaft für eine Schildkröte, die in einer Auffangstation gelandet ist.
  • Geht bewusst durch die Natur, schmeißt keinen Müll weg und wenn ihr am Meer seid, sammelt den Müll ein, den ihr dort vorfindet.

Liebe Grüße,
eure Janina von Frosch

 

Quellen: https://www.schildkroetenwelt.com/schildkroeten-arten/, http://www.wwf.de/themen-projekte/bedrohte-tier-und-pflanzenarten/meeresschildkroeten/bedrohte-paddler/ / https://www.tierschutzbund.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Hintergrundinformationen/Artenschutz/Meeresschildkroeten.pdf

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