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Gemüse und Obst, Frühstückskäse, Zahnpasta, Orangensaft, Spülmittel – alles verpackt in Plastik. Manchmal sogar doppelt und dreifach. Plastik ist allgegenwärtig. Wenn ich mein tägliches Konsumverhalten betrachte, dann bin ich quasi umzingelt davon. Kein Wunder. 300 Millionen Tonnen Plastik werden jährlich weltweit produziert. Eine unvorstellbare Menge, die irgendwann irgendwo entsorgt werden muss…froschblog_artikelbild_1090x500px_weltmeere3Ein Thema, das uns auch bei Frosch sehr beschäftigt. Ihr habt ja bestimmt schon an der ein oder anderen Stelle von unserer Recyclat-Initiative gehört, bei der wir uns für die Wiederverwertung von Alt-Plastik stark machen. Ja klar, werdet ihr sagen – jeder spricht von Recycling und hey – wir haben doch den Gelben Sack in Deutschland. Das stimmt zwar, aber die dort gesammelten Kunststoffabfälle werden meist nur minderwertig recycelt. Das heißt, mit jedem Mal der Wiederverwertung nimmt ihre Qualität ab. Sie werden eingefärbt, immer dunkler – und landen irgendwann doch im Restmüll, wo sie schlichtweg verbrannt werden. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern ist es uns gelungen dieses Plastik aus dem Gelben Sack zur Herstellung von glasklaren Plastikflaschen aufzubereiten. Beim nächsten Wohnungsputz könnt ihr eure Frosch Putzmittelflasche ja mal genauer inspizieren. 🙂 Seht ihr einen Unterschied zu euren Getränkeflaschen aus „frischem“ Plastik?froschblog_artikelbild_1090x500px_weltmeere1

Jetzt ist es ja glücklicherweise so, dass wir hier in Deutschland ein sehr gut funktionierendes Entsorgungssystem haben, bei dem unsere Abfälle recycelt werden. Doch das trifft nicht auf alle Länder zu. Häufig landet der Plastikmüll auf wilden Deponien, in Flüssen und schließlich in den Meeren. Habt ihr das im Urlaub auch erlebt? Ihr freut euch auf einen erholsamen Strandtag und dann findet ihr dort alte Plastikflaschen, Tüten und Plastiknetze vor. Aber das ist ja nur die oberste Spitze des Eisbergs. Ein Großteil des Plastiks ist gar nicht sichtbar. Ihr müsst euch das mal vor Augen halten: In jedem Quadratkilometer der Meere schwimmen Zehntausende Plastikteile. Im Nordpazifik treibt ein Strudel aus Plastikmüll, der mittlerweile die Größe von Zentraleuropa angenommen hat! Fische und Meeresvögel verheddern sich in dem Müll, fressen die Plastikpartikel und verhungern qualvoll – mit gefüllten Mägen voll von Plastik.

Zwar gibt es schon vielfältige Ansätze und Kampagnen, um das Plastik aus den Meeren zu fischen, aber wir dürfen uns nichts vormachen. Das alles ist ein Tropfen auf den heißen Stein. In 400 Jahren erst wird das Plastik, das gerade im Meer schwimmt, verrottet sein. Bis dahin zerfällt es zu kleinen Mikropartikeln, die über Fische und Meeresfrüchte letzten Endes auch in unsere Nahrungskette gelangen.
froschblog_artikelbild_1090x500px_weltmeere2Plastik in den Weltmeeren ist daher ein Thema, das uns alle angeht und das zum Glück immer mehr im Fokus des öffentlichen Interesses steht. Die Europäische Union hat ihren Mitgliedsstaaten beispielsweise ein Verbot oder eine Besteuerung von Plastiktüten ermöglicht. Ist euch schon aufgefallen, dass Plastiktüten nicht mehr einfach so rausgegeben werden? Das wurde auch Zeit. Bisher waren es rund sechs Milliarden (!) Plastiktüten pro Jahr, die über die Ladentheken gereicht wurden. Es gibt noch viele andere Projekte und Initiativen, um Plastikmüll zu reduzieren, wie eben auch unsere Recyclat-Iniative, bei dem das bereits bestehende Plastik immer wieder im Kreislauf gehalten wird. Das spart Ressourcen und entlastet unsere Ozeane.

Kennt ihr noch weitere Ansätze, um das Plastik-Problem in den Griff zu bekommen? Dann teilt es gerne mit uns. Je mehr Leute mit anpacken, umso besser! 🙂

Liebe Grüße,
eure Janina von Frosch

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Chris sagt

Hi Janina,

klar - statt normalem Plastik komplett biologisch abbaubare Materialien benutzen. Kostet derzeit noch mehr als das 'normale' Plastik, aber ein Nischenmarkt mit solchen Produkten wird sicher wachsen, und ist mittel- bis langfristig notwendig...

Gruss,
C

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